Verhaltensbeurteilung im Zeugnis: Was Arbeitgeber wirklich sagen
Im Verhaltens-Block steht, wie jemand mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden umging. Personaler lesen hier aufmerksam – gerade die Reihenfolge der Nennungen und was bewusst weggelassen wurde.
Inhaltsverzeichnis
Aufbau der Verhaltensbeurteilung
Die Verhaltensbeurteilung besteht üblicherweise aus einem oder mehreren Sätzen, die das Verhalten des Arbeitnehmers in verschiedenen sozialen Konstellationen beschreiben. In einem vollständigen qualifizierten Zeugnis sollten folgende Bereiche abgedeckt sein:
- Verhalten gegenüber Vorgesetzten
- Verhalten gegenüber Kollegen
- Verhalten gegenüber Kunden (sofern kundenkontaktrelevant)
Fehlt eine dieser Kategorien, ist das kein Zufall. In der Zeugnissprache bedeutet das Weglassen einer Kategorie, dass der Arbeitnehmer in diesem Bereich Probleme hatte, die der Arbeitgeber nicht positiv bewerten konnte oder wollte.
Warum die Reihenfolge wichtig ist
In der deutschen Zeugnissprache gilt eine ungeschriebene Regel: Die Reihenfolge, in der verschiedene Gruppen in der Verhaltensbeurteilung genannt werden, signalisiert die Wichtigkeit der Beziehung.
Die Standard-Reihenfolge ist: Vorgesetzte → Kollegen → Kunden. Diese Reihenfolge ist die positive Variante, weil sie zeigt, dass der Arbeitnehmer zunächst den Vorgesetzten gegenüber loyal und korrekt war.
Ähnlich verhält es sich, wenn Kunden vor Kollegen oder Vorgesetzten stehen – das deutet auf Konflikte im internen Bereich hin.
Verhalten gegenüber Vorgesetzten
Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten umfasst: Loyalität, Bereitschaft zur Anleitung, Konfliktverhalten, Kritikfähigkeit und allgemeine Führungskompatibilität.
- „Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten war stets vorbildlich und von großem gegenseitigem Respekt geprägt" Note 1
- „Verhielt sich gegenüber Vorgesetzten stets korrekt und loyal" Note 2
- „Verhalten gegenüber Vorgesetzten war korrekt" Note 3
- „verhielt sich Anweisungen gegenüber aufgeschlossen" Note 4 – Probleme mit Autorität
Verhalten gegenüber Kollegen
Der Bereich Kollegenverhalten bewertet Teamfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Kooperationsbereitschaft und das allgemeine Betriebsklima.
- „War bei allen Kollegen außerordentlich beliebt und stets hilfsbereit" Note 1
- „Arbeitete stets konstruktiv und teamorientiert mit Kollegen zusammen" Note 2
- „Verstand sich gut mit den Kollegen" Note 3
- „Verhalten gegenüber Kollegen war im Wesentlichen korrekt" Note 4 – gelegentliche Konflikte
- „Bemühte sich, ein harmonisches Verhältnis zu den Kollegen aufzubauen" Note 5 – Teamintegration misslungen
Verhalten gegenüber Kunden
Für kundenkontaktnahe Berufe ist diese Kategorie besonders wichtig. Hier wird bewertet: Serviceorientierung, Kommunikationsfähigkeit, Beschwerdemanagement und Kundenbindung.
- „Genoss das vollste Vertrauen unserer Kunden und war jederzeit ein überzeugender Botschafter unseres Unternehmens" Note 1
- „Verhalten gegenüber Kunden war stets freundlich, kompetent und serviceorientiert" Note 2
- „Verhielt sich gegenüber Kunden korrekt und freundlich" Note 3
- „Bemühte sich um eine kundengerechte Betreuung" Note 4 – Kundenkontakt schwierig
Beispiele für Note 1 bis Note 4: Vollständige Verhaltensbeurteilungen
Note 1 – Hervorragend
Note 2 – Gut
Note 3 – Befriedigend
Note 4 – Ausreichend
Warnsignale in der Verhaltensbeurteilung
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